Fed muss Zinsen senken, tut es aber nicht
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Dass die Notenbank Anfang März an ihrer Geldpolitik festgehalten hat, war noch nachvollziehbar. Die Unsicherheit ist derzeit besonders hoch. Man kann zwar erahnen, was geschehen wird, aber es ist reine Spekulation. Aufgrund der Verbraucherstimmung und der Zölle sollte in der Theorie ein Abschwung folgen. Die harten Wirtschaftsdaten gaben darauf allerdings keine Hinweise.
Die Theorie wurde in den vergangenen Jahren häufiger von der Praxis überholt. Die Wirtschaft verhielt sich nicht so, wie sie sollte. Abwarten ist in diesem Fall sinnvoller, als sich zu früh auf eine Seite festzulegen und dann festzustellen, dass man falsch liegt. Nun aber gibt es die ersten Fakten.
Die erste Tatsache hat wenig mit Wirtschaftswachstum zu tun, sondern mit der Inflation. Das favorisierte Inflationsmaß der Fed zeigte im Februar einen Anstieg von 2,8 % gegenüber dem Vorjahr. Auf Monatsbasis lag der Anstieg bei 0,4 %. Erwartet wurden 2,7 % und 0,3 %. Die Inflation ist höher als erwartet (Grafik 1).
Der monatliche Anstieg ist zudem der zweithöchste der vergangenen zwei Jahren. Der monatliche Trend zeigt seit Oktober 2024 nach oben. Das ist beunruhigend und da die Daten nur bis Februar reichen, sind etwaige Folgen von Zöllen noch nicht enthalten. Auch ohne Zölle gibt es einen negativen Inflationstrend.
Gleichzeitig steigen die Konsumausgaben kaum noch. Im Januar fielen sie. Das war schlechtem Wetter geschuldet. Im Normalfall kommt es im Folgemonat zu einem Rebound. Dieser war in diesem Jahr sehr schwach. Verbraucher verlieren die Kauflust (Grafik 2).
Das passt zur schlechten Verbraucherstimmung. Es lässt sich erahnen, dass die Stimmung doch ein Signal sendet und zu geringeren Konsumausgaben führen wird. Das ist bemerkenswert, denn die Einkommen sind im Februar stark gestiegen. Steigen die Einkommen, wird aber kaum mehr konsumiert, steigt die Sparquote (Grafik 3).
Die Kombination aus steigenden Einkommen und höherer Sparquote ist das, was vor Rezessionen zu beobachten ist. Es ist Ausdruck dafür, dass Verbraucher die Zuversicht verlieren. Umfragen zeigten dies zwar, doch nun gibt es den Beweis, dass sie nicht nur schlechter Dinge sind, sondern auch entsprechend handeln.
Dies hat bisher gefehlt. Einzelne Notenbanker stellen das nüchtern fest. James Bullard etwa bezeichnete die Daten als die ersten harten Fakten. Gleichzeitig spekuliert er aber darüber, dass die nächste Zinssenkung erst 2026 erfolgen könnte. Es ist nicht sicher, dass die Fed das Wirtschaftswachstum höher gewichten wird als die Inflation. In diesem Fall wird der Abschwung besonders unangenehm.
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