Börsencrash mit Ansage? Eine unruhige Nacht geht zu Ende
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- Nikkei225Kursstand: 35.974,06 Pkt (TTMzero Indikation) - Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung
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Besonders betroffen zeigt sich die deutsche Automobilindustrie: Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer rechnet mit einer verstärkten Verlagerung der Produktion in die USA sowie einem spürbaren Stellenabbau in Deutschland. „Trump drängt die Konzerne in die Verluste und saugt die Arbeitsplätze ab“, zitiert Reuters Dudenhöffer. Die Strafzölle bedeuteten eine massive Belastung für deutsche Hersteller und Zulieferer.
Über die Zölle haben wir hier berichtet
Auswirkungen noch kaum abschätzbar
Auch politisch sorgt die Maßnahme für Widerstand. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach von einem „schweren Schlag für die Weltwirtschaft“ und kündigte ein erstes Paket von Gegenmaßnahmen an, sollte es im Dialog mit den USA keine Fortschritte geben. Trump hatte zuvor Importzölle von mindestens 10 % eingeführt, bei EU-Waren gelten nun sogar Sätze von bis zu 20 %.
China reagierte umgehend mit scharfer Kritik und der Ankündigung von Gegenmaßnahmen. Das Handelsministerium in Peking warf Washington vor, multilaterale Prinzipien zu untergraben. Auch Südkorea ist betroffen: Präsident Han Duck-soo ordnete sofortige Unterstützungsmaßnahmen für heimische Unternehmen an, nachdem die USA einen Zollsatz von 25 % gegen südkoreanische Waren verhängt hatten.
In den USA selbst formiert sich Widerstand gegen Trumps Politik: Der Senat stimmte mit knapper Mehrheit für ein Gesetz zur Blockade neuer Zölle gegenüber Kanada – trotz Drucks des Präsidenten auf abweichende republikanische Senatoren. Kanada kündigte seinerseits eigene Strafmaßnahmen an, während sich auch die Schweiz betroffen zeigt: Präsidentin Karin Keller-Sutter betonte, man werde rasch das weitere Vorgehen prüfen, wobei das Bekenntnis zu Freihandel und internationalem Recht im Vordergrund stehe. Die Schweiz ist mit Zöllen von 31 % konfrontiert.
Die Finanzmärkte reagierten deutlich: Der Goldpreis erreichte mit über 3.157 USD je Feinunze ein neues Rekordhoch. Händler sprechen von „aggressiveren Maßnahmen als erwartet“, was die Attraktivität des Edelmetalls als sicheren Hafen zusätzlich erhöht. Unterdessen entzog die US-Regierung auch kleineren Paketsendungen aus China die Zollbefreiung – ein Schritt, der offiziell mit der Bekämpfung illegaler Opioidimporte begründet wird, tatsächlich jedoch weite Teile des E-Commerce betrifft.
Fazit: Der Nikkei verliert rund 3 %. Der CSI 300 liegt nur 0,7 % im Minus. Der DAX wird derzeit ca. 400 Punkte tiefer taxiert. Auch Nasdaq und S&P 500 werden rund 3 % im Minus erwartet. Der einzig sichere Hafen scheint weiterhin Gold zu sein. Je nach Dauer und Umfang der Zölle droht eine globale Rezession. Im Gegensatz zu früheren Wirtschaftskrisen ist diese bewusst gewollt und herbeigeführt. Da können auch die Notenbanken dieses Mal nur begrenzt aushelfen, wenn sich die Politik dermaßen destruktiv so verhält.

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