Nachricht
17:37 Uhr, 03.04.2025

Aktien Schweiz mit Ausverkauf - US-Zölle höher als erwartet

Erwähnte Instrumente

DOW JONES--Die deutlich höher als erwartet ausgefallenen Import-Zölle von US-Präsident Donald Trump haben den schweizerischen Aktienmarkt am Donnerstag auf Talfahrt geschickt. Die USA werden Einfuhren aus anderen Ländern künftig pauschal mit zusätzlichen Zöllen von 10 Prozent belegen. Für einige Handelspartner sind diese Zölle jedoch noch höher. Auf Importe aus der EU kommen 20 Prozent, auf japanische Waren 24 und auf chinesische 34 Prozent. Für Importe aus der Schweiz fallen Zölle in Höhe von 31 Prozent an. Die entsprechenden Gegenmaßnahmen dürften nicht lange auf sich warten lassen, womit die globale Konjunktur auf einen Handelskrieg zusteuert, hieß es.

Investoren befürchten, dass die höheren Zölle die Inflation in die Höhe treiben, die Gewinne der Unternehmen schmälern und die Wirtschaft letztlich in eine Rezession treiben werden. Eine steigende Inflation könnte die US-Notenbank sogar dazu zwingen, die Zinsen zu erhöhen, hieß es.

Der SMI knickte um 2,5 Prozent auf 12.279 Punkte ein. Bei den 20 SMI-Werten standen sich 15 Kursverlierer und fünf -gewinner gegenüber. Umgesetzt wurden 35,88 (zuvor: 19,16) Millionen Aktien.

Zu den größten Verlierern gehörten die Werte aus dem Luxusgüter-Sektor. Hier knickten Richemont um 6.3 Prozent ein und Swatch verloren 5,9 Prozent. Luxusunternehmen könnten laut Barclays nur begrenzte Möglichkeiten haben, die Zoll-Auswirkungen auf Importe in die USA auszugleichen. Der Sektor verfüge zwar über eine starke Preissetzungsmacht, jedoch hätten die Unternehmen in den vergangenen Jahren bereits erhebliche Preiserhöhungen vorgenommen, wodurch einige Verbraucher abgeschreckt wurden. Zusätzliche Preiserhöhungen in den USA könnten die Nachfrage stärker als üblich beeinträchtigen.

Die Import-Zölle auf Schweizer Produkte werden die Technologiebranche des Landes "in einem ohnehin schon angespannten wirtschaftlichen Umfeld sehr hart treffen", so der Branchenverband Swissmem. Die USA stellten mit einem Anteil von 14,9 Prozent den zweitgrößten Absatzmarkt für Schweizer Unternehmen dar. Der größte Schlag werde dabei kleine und mittlere Unternehmen treffen, die keine Produktionsstätten in den USA hätten. "Die Einführung von Zöllen in Höhe von 31 Prozent ist völlig unverständlich und willkürlich, zumal die Schweiz alle ihre Industriezölle im Jahr 2024 abgeschafft hat", so Swissmem. Die Aktien von Logitech brachen um 16,5 Prozent ein.

Aktien der Pharmabranche hielten sich in dem schwachen Gesamtmarkt etwas besser. Roche reduzierten sich zwar um 3,1 Prozent, aber für Novartis und Lonza ging es um 0,4 bzw. 0,7 Prozent nach oben. Trump hat Pharmazeutika vorerst von seinen Zöllen auf globale Importe ausgenommen. Die Analysten von Bryan Garnier sprachen jedoch von Unsicherheit und Unklarheit über die Zollrisiken für die Branche angesichts der diffusen Aussagen Trumps, wonach die Arzneimittelhersteller "mit voller Kraft in die USA zurückkehren werden, denn wenn sie es nicht tun, müssen sie eine hohe Steuer zahlen".

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/ros/cln

Copyright (c) 2025 Dow Jones & Company, Inc.

Passende Produkte

WKN Long/Short KO Hebel Laufzeit Bid Ask
Keine Ergebnisse gefunden
Zur Produktsuche

Das könnte Dich auch interessieren