Einige zentrale Forderungen Trumps sind nachvollziehbar
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Erwähnte Instrumente
- S&P 500 - WKN: A0AET0 - ISIN: US78378X1072 - Kurs: 5.642,24 Pkt (Cboe)
- Dow Jones - WKN: 969420 - ISIN: US2605661048 - Kurs: 42.095,60 $ (NYSE)
- Nasdaq-100 - WKN: A0AE1X - ISIN: US6311011026 - Kurs: 19.477,69 Pkt (Nasdaq)
- PHLX Semiconductor - Kurs: 4.295,81 $ (Nasdaq)
Nur: Er will sie zu schnell erreichen. Die USA sind eine Wirtschafts-Supermacht, ja. Allerdings fußt die Wirtschaftsleistung vor allem auf Dienstleistungen. Das Geschäft der US-Internetriesen gehört beispielsweise dazu. Finanzdienstleistungen ebenfalls usw.
Seit den 1950er Jahren befindet sich "Manufacturing" (dazu gehört Industrie) in den USA in einem Abwärtstrend. Die USA haben diesen Bereich zunehmend ausgelagert. Sie exportieren Dienstleistungen, die enorme Gewinnmargen haben. Sie importieren Waren, bei denen die produzierenden Länder geringe Margen haben. Beispielsweise die Autobauer. Werft einen Blick auf die Grafik aus dem Research von BofA/Merrill Lynch: Sie zeigt die Entwicklung des Anteils von Produktion (Manufacturing) und Dienstleistungen (Services) an der Wirtschaftsleistung der USA (BIP) von 1950 bis 2020. In den 1950er Jahren machte die Produktion etwa 27-28% des BIP aus. Seitdem ist ihr Anteil stetig gesunken und lag 2020 bei unter 12%. Der Dienstleistungssektor hat im gleichen Zeitraum stark zugenommen. In den 1950er Jahren lag der Anteil unter 10%, stieg jedoch kontinuierlich an. 2020 macht der Dienstleistungssektor etwa 70% des BIP aus.
Trump will den industriellen Abwärtstrend stoppen und drehen. Er macht das aber so drastisch, dass er weltweit die wirtschaftlichen Partner stranguliert. Anpassungen benötigen Jahre. Man kann eine Fabrik in Mexiko nicht einfach wie ein Zelt abbauen und in den USA aufbauen.
Zudem: Inflation ist den USA sicher. Sie stoppen die Migration. Wer soll in den neuen Fabriken in den USA arbeiten ? Da das Arbeitskräfteangebot überschaubar ist, werden die Löhne steigen. Steigende Löhne = steigende Produktpreise.
Schaut Euch die Lage bei uns an: Einfache Produkte lassen wir im Ausland herstellen und importieren sie. Warum ? Weil bei unserem vergleichsweise hohen Lohnniveau diese Produkte sonst erheblich teurer wären. Bis zu einem gewissen Grad ist das absolut in Ordnung so. Systemrelevante Waren, wie Pharmaka, sollte man innerländisch herstellen. Sie werden uns aber mehr kosten, das ist auch klar.
Nochmal zu Trump und den USA: Die US-Techriesen zahlen in der EU kaum Steuern. Wenn sich der Handelskonflikt verschärft und Trump die deutsche Industrie angeht, wird die EU im Gegenzug die US-Techriesen zahlen lassen.
Globalisierung ist ein fein abgestimmtes System der Arbeitsteilung. Wir verkaufen dir Fahrzeuge und Maschinen, wir nutzen Amazon, Meta, Alphabet und wir kaufen Rüstungsgüter. Oder wir machen Urlaub in deinem Land. Wenn du alles selbst machen willst, wirds teuer! Frage an den US-Konsumenten: Wollt ihr mehr für Produkte und Dienstleistungen zahlen ? Ihr werdet mehr zahlen müssen!
So tendiert gerade mein Tradingdepot, das ich bei stock3 Trademate verantworte. Ich positioniere seit Wochen hin und her, halte dabei aber das Niveau. Das ist mir wichtig. Möglichst während starker Korrekturphasen des Markts selbst nicht korrigieren! Für reine langfristig ausgerichtete Investoren dürfte es zunächst einmal ungemütlich bleiben. Sie müssen mit ihrem Portefeuilles durch die Trump-Chaosphase hindurchkommen.
Einen Teil des Kapitals kann man gerne etwas aktiver handeln. Schaut Euch gerne mal mein Depot bei stock3 Trademate an.
Denkt dran: Ihr seid Eures Glückes Schmied, Ihr seid auch Eures Risikos Schmied. Ihr stellt über die Positionsgröße Eurer Risiko ein! Arbeitet besser mit kleineren Positionen. Man unterschätzt die Gefährlichkeit von zu groß bemessenen Positionsgrößen. Klar: Wenn es gut läuft, habt Ihr im Depot brutal Zug nach oben. Wenn es aber mit einer großen Position nicht gut läuft und der Markt gegen Euch tendiert, reißt es Euch große Löcher in Eure Kapitaldecke. Deshalb: Seid vorsichtig, agiert mit kleineren Positionen, die Ihr bei Bedarf später vergrößern könnt.
Außerdem: Cash ist gerade für aktive Anleger auch eine Position, Cash ist eine sichere Position. Während unsicherer, signalschwacher Marktphasen macht es Sinn, konsequent hohe bis sehr hohe Cashbestände zu halten. Während relevanter Korrekturphasen an den Märkten sollte versucht werden, möglichst nicht verwundbar mit Positionen im Markt zu stehen. Das ist mein Credo.
Wichtige Tradingregel: Du musst Warten können
Wichtige Tradingregel: Kenne dein Signal!
Wichtige Tradingregel: Akzeptiere Verluste!
Wichtige Tradingregel: Setze nicht auf den lucky Punch!
Tradingalltag - Emotionaler Schmerz entgangener Gewinne
Wichtige Tradingregel: Keine Brechstange!
Wichtige Tradingregel: Halte zuerst eine Zehe ins kalte Wasser
Anlegertypen: Sag es, sag es! Sag, was ich hören will!
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Diese Politik hat weit mehr als "nur" eine wirtschaftliche Dimension. Ihr liegt ein völlig anderes Menschen- und Gesellschaftsbild zugrunde, nämlich das Recht des Stärken (Die Devise lautet: "der Starke ist am mächtigsten allein"). Demokratie mit ihren lästigen, zeitaufwendigen Diskussionen und Kompromissen ist ein Hindernis. UN und Völkerrecht - nur hinderlich. Deshalb auch die Affinität zum Politikstil eines Diktators. Europa, das leider in all diesen (wirtschaftlichen und gesellschaftlichen) Fragen keineswegs einer Meinung ist, wird sich entscheiden müssen, welchen Weg es gehen will.
Der Artikel suggeriert, dass Trump prinzipiell auf dem richtigen Weg, nur die Geschwindigkeit zu hoch ist. Die Einschätzung teile ich nicht. Industrielle Produktion benötigt Skills, eine gute Facharbeiterbasis. Es ist unsinnig einfach die Kosten für Importe hochzusetzen, das bewirkt nix. Trump scheint wie ein kleines Kind einfach planlos auf der Fernbedienung herumzudrücken, in der Hoffnung, dass das richtige passiert.
Deutschlands Facharbeiterbasis ist der wahre Grund warum dieses Land noch nicht deindustrialisiert ist.
Sehr hintergründiger Beitrag, dem ich voll zustimmen kann. Danke Herr Weygand.