Circle IPO-Antrag: Die wichtigsten Takeaways
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Während die Welt weiterhin darüber rätselt, wen Trump genau von wem befreit hat, nimmt die Stablecoin-Gesetzgebung in den USA weiter Fahrt auf. Nach dem GENIUS Act passierte gestern auch der STABLE Act seinen Ausschuss im Repräsentantenhaus (wir berichteten).
Hinter den Kulissen wird nun daran gearbeitet, beide Entwürfe zu harmonisieren, um schnellstmöglich ein umfassendes Stablecoin-Gesetz durch beide Häuser zu bringen.
Geht es nach einigen Demokraten wird der finalen Fassung übrigens ein Beteiligungsverbot an Stablecoin-Projekten für Regierungsmitglieder (Trump hust) hinzugefügt. Man könnte es auch eine "Befreiung" vom Interessenkonflikt nennen.
Außerdem auf unserer Agenda:
- Quo vadis nach dem Liberation Day
- Circle IPO-Antrag: Key Takeaways
- DTCC stellt Tokenisierungsplattform vor
- Grass Deep Dive: Digitales Erdöl für LLMs
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MARKTKOMMENTAR
Stand: 04.04. 01:48 Uhr
Der sogenannte "Liberation Day" bringt Blut in die Straßen: Die von Trump verkündeten Strafzölle haben gestern für den schwächsten Tag am US-Aktienmarkt seit vier Jahren gesorgt. Bitcoin verlor seit Ankündigung knapp 6%, während andere Krypto-Assets stärker nachgaben.
Der Grund: Wirtschaftsexperten rechnen mit einem US-BIP-Rückgang von bis zu 0,9% in 2025 und einer langfristigen Schrumpfung der amerikanischen Wirtschaft um bis zu 0,6%.
Es regiert die Angst um eine Stagflation: Während die Wirtschaft schwächelt, könnten die Verbraucherpreise um 2-3% steigen. Das stellt die Fed vor ein Dilemma. Reagiert sie auf die drohende Rezession mit Zinssenkungen oder auf die Inflation mit restriktiver Geldpolitik?
Die Antwort auf diese Frage wird stark über den mittelfristigen Ausblick auf die Kryptomärkte entscheiden. Sollte die Fed die zollinduzierten Preiseffekte als “transitory” (vorübergehend) einstufen und Wachstum priorisieren, könnten sinkende Realzinsen und lockerere Finanzierungsbedingungen Bitcoin trotz Rezessionsängsten beflügeln.
Bis hier und in der finalen Zollpolitik Klarheit herrscht, werden Volatilität und Nervosität das Bild weiterhin prägen.
NEWS FLASH
- Justin Sun sorgt für FDUSD-Depeg. In einem Tweet behauptete der Tron-Gründer, First Digital – das Unternehmen hinter dem US-Stablecoin – sei insolvent und der Stablecoin daher nicht vollständig gedeckt. Der Kurs von FDUSD brach daraufhin kurzzeitig auf 0,94 USD ein, bevor er sich wieder bei 1 USD stabilisierte. First Digital wies Suns Vorwürfe zurück.📉
- Kryptobörsen entfernen USDT in Europa. Seit dem 1. April ist der weltgrößte Stablecoin für europäische Nutzer auf Kryptobörsen nicht mehr verfügbar. Grund dafür ist, dass USDT nicht den Anforderungen der MiCAR-Regulierung entspricht.🇪🇺
- Tether erwirbt 8,888 BTC in Q1. Mit knapp über 92.000 BTC (≈ 7,8 Milliarden USD) ist der Stablecoin-Emittent inzwischen der sechstgrößte Bitcoin-Inhaber, gemessen an den Beständen in einer einzelnen Wallet.💰️
- Japans zweitgrößte Bank plant Yen-Stablecoin. Dafür arbeitet SMBC mit Ava Labs, dem Unternehmen hinter der Avalanche Layer-1, und dem Infrastrukturanbieter Fireblocks zusammen. Der Stablecoin soll im kommenden Jahr live gehen.🇯🇵
- Blockchain-Investmentplattform Republic übernimmt Tokenisierungsplattform INX. Gemeinsam möchte man nun eine Plattform entwickeln, auf der private und institutionelle Anleger tokenisierte Assets handeln können.🤝
TOP STORY
Circle reicht Antrag auf Börsengang ein
IPO-Antrag: Der US-amerikanische Stablecoin-Emittent Circle hat am Dienstag einen Antrag auf Börsengang bei der SEC eingereicht. Laut Forbes strebt das Unternehmen eine Bewertung von 4-5 Milliarden USD an.
Die wichtigsten Takeaways:
- Coinbase’ volle Taschen: Circle verzeichnete 2024 einen Umsatz von 1,7 Milliarden USD (99% durch Zinseinnahmen auf Reserve-Assets). Von diesen Erträgen flossen mehr als die Hälfte (908 Millionen USD) an Coinbase als Hauptdistributionspartner für USDC.
- Auch Binance profitiert: Nach dem im November geschlossenen Vertrag erhielt die Kryptobörse eine Einmalzahlung von über 60 Millionen USD. Weitere Ausschüttungen hängen vom USDC-Handelsvolumen auf ihrer Plattform ab.
- Erhebliche Profitabilitätsunterschiede: Circle schloss das Jahr 2024 nach Abzug aller Kosten mit einem Gewinn von 156 Millionen USD ab. Im deutlichen Kontrast dazu erzielte der Hauptkonkurrent Tether – der keine vergleichbaren Summen an Börsen und Market Maker zahlt und über weitere Erlösströme verfügt – im selben Zeitraum einen Gewinn von 13 Milliarden USD. USDT erwirtschaftet damit pro ausgegebenem Dollar eine mehr als 30-fach höhere Rendite als USDC.
- Stablecoin-Verbot für BlackRock: Circle und BlackRock haben einen Deal geschlossen, bei dem Circle mindestens 90% seiner USDC-Reserven in BlackRock-Produkten halten muss. Im Gegenzug verpflichtet sich BlackRock, USDC zu bevorzugen und keinen eigenen konkurrierenden Stablecoin zu entwickeln.
Börsenglocke: Ein offizielles Datum für das Börsendebüt steht noch nicht fest.
Die IPO-Unterlagen verdeutlichen vor allem eins: Distribution is Key. Es sind die Unternehmen, die über die direkte Endkundenbeziehung verfügen, die am meisten vom Stablecoin-Boom profitieren.
Circles angestrebte 5-Milliarden-Dollar-Bewertung bei nur 156 Millionen Dollar Gewinn erscheint daher angesichts hoher Distributionskosten ambitioniert. Die Wette: Der globale Stablecoin-Markt wird exponentiell wachsen und Circle kann seine Marktposition behaupten.
Um dieses Ziel zu erreichen, verfolgt Circle drei strategische Pfade: Ausbau der Distributionskanäle, Nutzung ihres regulatorischen Vorsprungs in Schlüsselmärkten und Entwicklung eigener Infrastrukturlösungen (CCTP, Embedded Wallets) zur USDC-Verbreitung.
Doch trotz dieser Bemühungen bleibt Circle der Fed-Politik ausgeliefert. Eine Zinssenkung um 100 Basispunkte würde laut eigenen Zahlen 441 Millionen Dollar Umsatz (≈ 25%) vernichten. Ein großes Risiko, das auch durch den absehbaren Volumeneffekt, bei dem niedrigere Zinsen die Stablecoin-Nutzung ankurbeln, nicht ausgeglichen werden dürfte.
Die Marschroute ist damit klar: Wachstum um jeden Preis.
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DTCC stellt Tokenisierungsplattform für Collateral vor
Was ist passiert: Die Depository Trust & Clearing Corporation (DTCC) hat am Mittwoch eine blockchain-basierte Plattform für tokenisiertes Collateral Management angekündigt.
- Weltgrößte Wertpapier-Clearingstelle: Mit einem jährlichen Transaktionsvolumen von 3 Billiarden Dollar und 90% Marktanteil bei US-Wertpapieren bildet die DTCC das Rückgrat des globalen Finanzsystems.
Enterprise Blockchain: Das System basiert auf DTCCs AppChain (Hyperledger Besu) – eine permissioned Ethereum-Variante, die institutionellen Anforderungen an Compliance und Kontrolle entspricht und perspektivisch mit öffentlichen Chains interagieren kann.
Effizienterer Handel: Durch die Tokenisierung und den Einsatz von Smart Contracts sollen Finanzinstitute künftig innerhalb von Sekunden diverse Assetklassen als Collateral mobilisieren können – statt wie bisher einen vollen Handelstag auf die Abwicklung warten zu müssen.
Demo Day: Einen Vorgeschmack gibt’s am 23. April, wenn einige Finanzinstitute die Plattform beim "Great Collateral Experiment" unter realen Marktbedingungen testen werden.
Effizienteres Collateral Management zählt zu den Top Anwendungsfällen von Tokenisierung, da Sicherheiten in Echtzeit mobilisiert werden können, anstatt im T+1-Limbo festzustecken. Die sofortige Verfügbarkeit setzt Kapital frei, das bisher als kostspieler Risikopuffer gebunden war und verbessert on top auch die Systemstabilität in Krisenzeiten, da Sicherheiten schneller bewegt werden können.
Interessant wird es, wenn sich die tokenisierten Vermögenswerte von der DTCC Plattform auf andere (permissionless) Netzwerke bridgen lassen – eine Vision, die DTCC Digital Assets CTO Dan Doney in der Vergangenheit öffentlich skizziert hat. In dieser Welt wird die DTCC zum Gateway zwischen den traditionellen Kapitamärkten und der Onchain Economy.
DEALS TO WATCH
Felix Pago | 75 Millionen USD | Series B : WhatsApp-basierte Payments-App, die auf USDC für grenzüberschreitende Überweisungen in lateinamerikanische Länder setzt.
Ultra | 12 Millionen USD | Unbekannt : Web3-Spieleentwickler.
WEITERE 3 DEALS MIT PLUS ANSEHEN
PROTOCOL UPDATE
Grass: Digitales Erdöl für LLMs
Es war ein schmerzhaftes erstes Quartal für den "Krypto x KI"-Sektor. Seit seinem Hoch im Dezember letzten Jahres fiel die Marktkapitalisierung von knapp 70 auf 24 Milliarden USD.
Mit den Entwicklungen im eigentlichen KI-Sektor hat das jedoch wenig zu tun. Im Gegenteil: Durch stetige Verbesserungen in der Text-, Code- und zuletzt wieder in der Bildgenerierung ist die Nachfrage nach KI vermutlich so hoch wie nie zuvor – und damit auch die Nachfrage nach entsprechenden Trainingsdaten für KI-Modelle.
Ein Profiteur dieser Entwicklung? Das DePIN-Protokoll Grass, das in diesem Jahr die Weichen stellen möchte, um sich als Platzhirsch im wachsenden Markt für KI-Daten zu etablieren.
➡️ Wie Grass vom “DePIN-Playbook” Gebrauch macht, um sich gegen Web2-Wettbewerber durchzusetzen und welche Wachstumstreiber dem Protokoll in 2025 Rückenwind verleihen könnten, erfahrt ihr in unserem heutigen Deep Dive bei Blockstories Plus.
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